Neu: Quellenbesteuerung für viele Einkommensarten

Die Jahressteueränderungsgesetze 2017 sind am 30. Dezember 2016 veröffentlicht worden. Die bedeutendste Neuerung dieses Gesetzes ist die Verallgemeinerung der Quellenbesteuerung bei der Einkommensteuer und betrifft die Geschäftsjahre ab 2018.

Der Quellensteuerabzug soll bezwecken, dass die Zahlung der Einkommensteuer mit der Erzielung des Einkommens, welches der Steuer zugrunde liegt, zusammenfällt.

Was ändert sich 2018?

Ab dem 1. Januar 2018 wird die Steuer jeden Monat direkt auf der Gehaltsabrechnung des Steuerzahlers einbehalten, und zwar für Gehälter, Pensionen, Krankengeld, Arbeitslosengeld oder Mutterschaftsgeld. Anstatt die zuvor üblichen drei punktuellen Anzahlungen oder zehn monatlichen Anzahlungen zu leisten, werden die Beträge dann jeden Monat vom Arbeitgeber oder der Sozialversicherung einbehalten und an den Fiskus weitergeleitet.

Die Steuer wird auf der Grundlage eines Quellenbesteuerungssatzes berechnet, der auf die Einkünfte von 2018 angewandt wird, wohingegen momentan noch jeweils Steuern gezahlt werden müssen, die den Einkommensverhältnissen des Vor- oder Vorvorjahres entsprechen. Der Steuersatz wird jedes Jahr an die vom Steuerzahler erklärten Einkünfte angepasst werden. Die Einkommensteuererklärung muss insofern auch weiterhin erstellt werden. Im September findet dann ein Lohnsteuerjahresausgleich statt. Da Veräußerungsgewinne auf Immobilien, Einkommen aus Finanzanlagen, Dividenden und kostenlose Aktienzuteilungen bereits an der Quelle besteuert werden, sind sie von dieser Reform nicht betroffen.

Die Unternehmen werden vom Finanzamt über den persönlichen Steuersatz jedes Steuerpflichtigen informiert, außer wenn dieser einen neutralen Steuersatz gewählt hat; in diesem Fall verwendet der Arbeitgeber einen Standardsteuersatz gemäß Tariftabelle. Dieser Steuersatz wird daraufhin auf die Bemessungsgrundlage angewendet, wobei es sich um das zu versteuernde Nettogehalt handelt, das bereits auf der monatlichen Gehaltsabrechnung erscheint.

Bleiben die Steuergutschriften erhalten?

Sie werden zunächst beibehalten und dem Steuerzahler im Folgejahr erstattet: die steuerpflichtigen Haushalte erhalten 30 % der Steuergutschrift im Februar des Folgejahres und den Rest im September nach der Erstellung der Steuererklärung.

Wie kann Missbrauch im Übergangsjahr vermieden werden?

2017 werden die Steuern auf die Einkünfte von 2016 berechnet. 2018 wird der Steuersatz direkt auf die Einkünfte von 2018 angewandt. Die Einkünfte aus 2017 entgehen somit zunächst der Steuerberechnung. Sie müssen trotzdem im Frühjahr 2018 dem Finanzamt gemeldet werden, und sei es nur, um den Steuersatz zu aktualisieren. In jedem Fall werden die folgenden Einkünfte von 2017 separat besteuert werden: Abfindungszahlungen bei Kündigung eines Arbeitsvertrags, Arbeitnehmergewinnbeteiligung, Rentenzahlungen in Kapitalform, Auszahlungen aus Arbeitszeitkonten, sowie „freiwillige Zuwendungen“ des Arbeitgebers. Kurz gesagt sollen übermäßige Einmalzahlungen des Jahres 2017 als steuerpflichtig erachtet werden, was zu unterschiedlichen Interpretationen führen kann.

Ist die Reform definitiv?

Falls in Frankreich im Mai 2017 ein anderes politisches Lager gewählt wird, stellt sich die Frage, wie die neue Mehrheit dieses Gesetz behandeln wird. Rechtlich gesehen wäre es möglich, die Reform noch rückgängig zu machen, auch wenn dies angesichts der bereits vom Finanzministerium mobilisierten Mittel eine Vergeudung darstellen würde.