Jahressteueränderungsgesetze 2017

Nach Überprüfung durch den Verfassungsrat sind die alljährlichen Jahressteueränderungsgesetze im offiziellen Gesetzblatt vom 30. Dezember 2016 veröffentlicht worden. Außerdem wurde das Gesetz zur Transparenz, Bekämpfung von Bestechung und Modernisierung der Wirtschaft (genannt „Sapin 2“) am 10. Dezember veröffentlicht.

Aus diesen Gesetzen ergeben sich eine Reihe von wichtigen steuerlichen Maßnahmen, darunter die Folgenden:

  • Die bedeutendste Neuerung ist die Quellenbesteuerung bei der Einkommensteuer ab 2018. Oberstes Ziel dieser Reform der Quellenbesteuerung ist es, die zeitliche Diskrepanz von einem Jahr zwischen der Erzielung von Einkommen und seiner Besteuerung abzuschaffen. Die Reform betrifft den Großteil der Einkommen: Gehälter, Pensionen, Ersatzleistungen, Einkünfte von Freiberuflern, Mieteinkünfte.
    Einkommensteuer wird jedes Jahr gezahlt werden müssen: in 2017 auf die Einkünfte von 2016, in 2018 auf die Einkünfte von 2018, in 2019 auf die Einkünfte von 2019. Es gibt keine Doppelbesteuerung in 2018: die Steuer, die normalerweise für gewöhnliche Einkünfte aus 2017 zu zahlen gewesen wäre, wird nicht erhoben werden.
    Die von Natur aus außergewöhnlichen Einkünfte sowie sonstige in 2017 bezogene Einkünfte, die von der Reform ausgeschlossen sind, werden 2018 gemäß der gewohnten Verfahren besteuert (z.B. Abfindungszahlungen, Veräußerungsgewinne auf Immobilien, Dividenden etc.).
  • Das Jahressteueränderungsgesetz sieht eine schrittweise Senkung über 4 Jahre des normalen Körperschaftsteuersatzes von 33,33% auf 28 % vor. Der Satz von 28 % wird schrittweise auf die ab dem 1. Januar 2017 begonnenen Geschäftsjahre angewandt, um dann ab dem nach dem  1. Januar 2020 beginnenden Geschäftsjahr allgemeingültig zu werden. Für ab dem 1. Januar 2019 beginnende Geschäftsjahre wird der geminderte Einkommensteuersatz von 15 %, der für kleine und mittlere Unternehmen auf das steuerliche Einkommen bis 38 120 € angewendet wird, auf Gesellschaften ausgeweitet, deren Umsatz 50 M€ nicht übersteigt (gegenüber 7,63 M€ aktuell).
  • Die Definition der Unternehmen, die jedes Jahr eine Erklärung bezüglich ihrer Verrechnungspreise abgeben müssen, wird auf Unternehmen ausgeweitet, deren Umsatz oder Bruttoaktiva 50 M€ übersteigen (gegenüber 400 M€ aktuell).
    Diese Vorschrift gilt ab dem am 31. Dezember 2016 endenden Geschäftsjahr gültig. In der Praxis müssen die hiervon neu betroffenen Unternehmen, deren Geschäftsjahr am 31. Dezember 2016 endet, bis spätestens 3. November 2017 eine Erklärung auf Formblatt 2257-SD abgeben.
    Der Anwendungsbereich zur verpflichtenden Abgabe einer vollständigen Verrechnungspreisdokumentation ab dem ersten Tag eine steuerlichen Betriebsprüfung wurde nicht verändert (weiterhin bei Umsätzen oder Bruttoaktive von mehr als 400 M€).
  • Kontrolle der Datei mit allen Buchungen („FEC“): ein neues Kontrollverfahren wurde geschaffen. In diesem Rahmen kann das Finanzamt die Buchhaltung des Unternehmens in digitaler Form verlangen und in seinen eigenen Büros prüfen. Der Steuerpflichtige muss der Finanzverwaltung die verlangten Dateien binnen 10 Tagen ab Erhalt des Prüfbescheids vorlegen (ansonsten drohen Strafen).
  • Für ab dem 1. Januar 2017 abgegebene Anträge auf Rückerstattung von Mehrwertsteuerguthaben verfügt die Finanzverwaltung nun über ein spezielles „Vor-Ort“-
    Erhebungsverfahren.
  • Der Prozentsatz des Steuerguthabens für Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit („CICE“) wird für ab dem 1. Januar 2017 gezahlte anrechenbare Gehälter von 6 auf 7 % angehoben.

Für weiterführende Erläuterungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.